Mit fast jedem meiner Klientinnen arbeite ich irgendwann zum Thema Werte. Sie können ein starkes Fundament für unser Leben bilden, mit dem wir Konflikte und Streits lösen und unsere Zufriedenheit steigern können.

Neben den uns oft unbewussten Bedürfnissen wie Sicherheit, Abwechslung und Dominanz, sind es vor allem unsere oft ebenso unbewussten Werte, die unserem Leben seine Richtung geben. Sind wir prinzipiell zu frieden mit dieser Richtung, ist alles fein.

Sind wir mit dieser Richtung jedoch zunehmend unzufrieden, bzw. erleben wir Konflikte, Streits oder Krisen, macht es in meinen Augen Sinn, sich zu fragen: wo sind meine Bedürfnisse und Werte gerade unbefriedigt oder stehen in Konkurrenz?

Ich sehe es immer wieder bei meinen Klientinnen, wie ihnen diese Betrachtungsweise dabei hilft zu verstehen, warum sie manchmal gereizt sind oder gewisse Wut oder Trauer verspüren. Lokalisiert man erst einmal die Bedürfnisse und Werte, die dahinter stehen, liegt die Lösung meist auf der Hand.

Ein einfaches Beispiel:

Viele von uns haben gelernt, besonders zuverlässig und hilfsbereit zu sein. Benötigt ein guter Freund oder unser Partner z.B. spontan unsere Hilfe, lassen wir oft alles stehen und liegen, was wir uns selber vorgenommen haben, um jemand anderem zu helfen. Unsere eigenen guten Vorsätze wie vielleicht Sport machen, den Einkauf gesunder Lebensmittel erledigen oder das Schreiben des Buches rutschen nach hinten oder werden einfach nicht gemacht. Wir haben dann zwar unserem Wert der Hilfsbereitschaft nach gehandelt, fühlen uns aber oft trotzdem nicht zufrieden, da wir (erneut) unsere eigenen Bedürfnisse nach hinten gestellt haben. Besonders blöd wird es, wenn wir nun diese Unzufriedenheit noch an unserem Freund oder Partner auslassen. Wir wollen das natürlich nicht, können uns aber auch nicht zurückhalten, denn die Enttäuschung (darüber, dass wir unsere eigenen Bedürfnisse nicht befriedigt haben) sitzt tief.

Sobald wir erkennen, dass unser Wert der Hilfsbereitschaft eine gute Intention hat, aber uns vielleicht manchmal mehr im Weg steht, als dass er uns hilft, kann man diesen Wert abschwächen oder sogar austauschen. Dann sage ich das nächste mal vielleicht: ja, ich kann dir helfen, aber erst, nachdem ich beim Sport war. Oder: nein, heute passt es leider nicht, da ich noch zu viel erledigen muss. Wie wäre es mit morgen?

Das schöne an unseren Werten ist, dass sie im Gegensatz zu unseren Bedürfnissen bewusst verändert werden können.

Wie erkenne ich meine Werte?

Für die meisten Menschen sind ihre Werte ein Mix aus unbewussten und ein paar bewussten Werten. Um sich seine Werte bewusst werden zu lassen, rate ich, eine Liste von werten, die man schnell über Google findet, durchzugehen, und die 5 bis 10 wichtigsten werte ganz intuitiv aufzuschreiben.

Wie arbeite ich mit meinen Werten?

Im nächsten Schritt macht es Sinn, diese 5 bis 10 Werte einmal in ihrer Wichtigkeit zu ordnen. Welcher wert steht ganz oben, welcher steht eher weiter unten? Indem man die Werte periodisiert, wird oft auch deutlich, in welchen Bereichen des Lebens einige Werte förderlich und andere Werte eher hinderlich sind.

Werte-Konflikte

Im nächsten Schritt macht es Sinn zu reflektieren, welche Konflikte im Zusammenhang mit den bestehenden Werten auftreten. Wo halten uns unsere Werte vielleicht davon ab, unsere Träume und Ziele zu erreichen? Wo sorgen sie für Streit oder Frust?

Wie kann ich meine Werte ändern?

Das schöne an Werten ist, dass wir sie kognitiv ändern und neu Bewerten können. Gefällt uns ein Wert nicht, kann ich mich entscheiden, ihn aus der Liste zu schmeißen. Gefällt mir die Periodisierung nicht, kann ich sie ändern. Nachdem potentielle Werte-Konflikte identifiziert sind, kann es sinnvoll sein, sich die ursprüngliche Liste an Werten erneut vorzunehmen und zu prüfen, welche Werte weiter bestand haben und ob es andere Werte gibt, die uns besser unterstützen.

Werte leben

Steht die neue Werte-Liste an 5 bis 10 Werten folgt der anstrengendste Schritt. Das bewusst werden ist bereits wichtige und harte Arbeit, ebenso das formulieren neuer Werte. Aber die eigentliche Arbeit fängt jetzt erst an, indem wir uns fragen: wie kann ich diese neuen Werte leben?

Dafür ist es hilfreich, für jeden Wert ein paar Beispiele aufzulisten, was wir im Alltag tun, um diesen Wert zu leben.

Ein Beispiel: bleiben wir bei dem Wert Hilfsbereitschaft. Möchte ich diesen Wert beibehalten, frage ich mich, wann und für wen ich hilfsbereit sein möchte. Dann kann ich noch überlegen, was es braucht, damit ich hilfsbereit sein kann. Sprich: wenn ich selber gut organisiert bin, habe ich Zeit und Ressourcen frei, um auch für andere hilfsbereit zu sein.

Weitere Unterstützung

Ich hoffe, dieser kleine Exkurs zum Thema Werte war hilfreich für dich. Möchtest du Unterstützung bei dieser Arbeit, schreibe mir gerne und wir schauen, wie ein Coaching dich dabei unterstützen kann, Klarheit und einen Plan für deine Werte auszuarbeiten.

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