Kaum ist Weihnachten vorbei, beginnt die Zeit der Reflexion. Ich habe mittlerweile zwar einen Prozess etabliert, bei dem ich jeden Monat meine Ziele überprüfe (berufliche wie private), jedoch bin ich nach wie vor der Meinung, dass sich vor allem der Jahreswechsel dafür eignet, einmal einen größeren Jahresrückblick zu machen.

Natürlich muss man nicht auf ein neues Jahr warten, bevor man mit etwas Neuem beginnt oder eine alte Gewohnheit loswerden will, aber es kann auch nicht schaden, diese „Neustart“-Energie jedes Jahr für sich zu nutzen.

Da ich im vergangenen Jahr ein recht öffentliches Leben geführt habe, indem ich regelmäßig über meine Projekte und Ziele auf meinem Blog geschrieben oder auf Social Media gepostet habe, ist es mir ein Bedürfnis, nun auch etwas öffentlich und ehrlich auf meine Ziele zu schauen. Besonders auf die Dinge, die nicht so gelaufen sind, wie anfangs erhofft.

Meine Einladung ist, das Wort „scheitern“ neu zu definieren und zu lernen, mit Änderungen von Plänen konstruktiv umzugehen.

Bevor ich auf die Dinge blicke, die mich teilweise seit Monaten etwas beschämen, da ich hier nicht so weit gekommen bin, wie irgendwann mal öffentlich verkündet, möchte ich ein paar Dinge auflisten, die absolut nach Plan oder sogar übererfüllt worden sind.

Hierbei muss ich natürlich an erster Stelle nennen, dass ich mein 1. Jahr in der Selbstständigkeit durchaus als erfolgreich betrachte. Auch wenn ich dabei nicht jedes von mir anfangs gesteckte Ziel so erreicht habe, wie gedacht, habe ich am Ende vermutlich sogar mehr erreicht als gedacht. So ist das eben mit Plänen. Es kommt vermutlich immer anders, als gedacht.

  • Ich habe mein eigenes 90Days! Programm konzipiert, durchlaufen und als neues Coaching-Programm gelauncht. Ein großer Meilenstein, sowohl privat als auch beruflich.
  • Ich habe viele tolle Einzelcoaching-Sessions mit tollen Privatkundinnen gehabt, sowie ein paar spannende Aufträge als Coach für Firmen und Vereine.
  • Ich habe mich neu positioniert, einen Podcast gestartet und erste Versuche mit YouTube Videos gewagt.
  • Daneben gab es 2 tolle Yoga-Workshops und nun 2 neue regelmäßige Yogastunden, die ich unterrichte.

Privat ist für mich auch einiges passiert. Unter anderem sind mein Partner und ich zusammengezogen und haben gemeinsam hart daran gearbeitet, unseren Lifestyle nachhaltiger und noch gesünder zu gestalten.

Zu guter Letzt habe ich mein Ziel für 2021, durch 90Days! selber wieder fit und vor allem motiviert durch das Leben zu gehen, deutlich übertroffen. 90Days! hat für mich mehr bewegt, als mir zu zeigen, dass ich recht einfach meine Bauchmuskeln zurückbekomme. Ich habe im letzten Jahr sehr viel über körperliche, emotionale und mentale Gesundheit gelernt und ich freue mich, diese Impulse im kommenden Jahr weiter mit euch zu teilen.

Nun blicken wir aber mal auf die Dinge, die mich schon länger beschäftigen. Es gibt ein paar Ziele, die ich auch lautstark auf Instagram oder meinem Blog geteilt habe, die ich aber nicht so wie geplant weiter verfolgt habe. Hier kommt mein Fazit und was ich daraus gelernt habe.

Selbstwert und Gesundheit gehen Hand in Hand

Noch im März schrieb ich motiviert darüber, was ich aus meinem 10km Lauf alles gelernt habe. Kurze Zeit später hörte ich einfach mit dem Laufen auf. Ich habe lange über die tiefere Bedeutung nachgedacht, aber ich komme zu dem Schluss: ich muss für die Antwort nicht lange grübeln.

Der Grund: ich brauchte neue Laufschuhe. Und ich war es mir anscheinend nicht wert, mir diese zu kaufen, obwohl das Geld dafür nun wirklich kein Hindernis hätte sein müssen. War es auch nicht. Es war viel mehr eine emotionale Hürde. Im Frühjahr hatte ich offenbar nicht das Gefühl, es zu dem Zeitpunkt verdient zu haben.

Ich denke, eine Hürde in dieser oder einer ähnlichen Form kennt fast jeder von uns. Es ist tatsächlich eine der Ursachen, warum viele Menschen ihre sportlichen Ziele ebenso nicht erreichen oder irgendwann eben einfach aufgeben. Wir bauen uns selber praktische Hürden, obwohl dahinter eine emotionale Hürde liegt. Daher bin ich sehr dankbar für diese Erkenntnis.

Die logische Erkenntnis: Selbstwert und Gesundheit gehen Hand in Hand.

Zielerreichung 80% gilt auch als Ziel erreicht.

Ein weiteres Ziel dieses Jahr war es, dass ich 50 Bücher lesen wollte. Das sind etwa 1 Buch pro Woche, mit ein wenig Puffer. Bereits im Sommer hing ich etwas hinterher, was vor allem daran lag, dass einige der Bücher, die ich zu lesen begann, mir nicht gefielen. Stand zu Redaktionsende: 40 von 50 Büchern gelesen (80%).

Mir fehlten jedoch ein paar Regeln für diese Challenge. Ab wann zählt ein Buch als gelesen? Wie lange schleppe ich es in meiner Lese-Liste mit, bevor ich es rausschmeiße?

Eins der letzten Bücher, die ich dieses Jahr zu lesen begann, sorgte für die Lösung. Es erinnerte mich daran, dass selbst in der Schule und im Berufsleben Ziele auch dann als erreicht bewertet werden, wenn keine 100% dahinter stehen. Kann ich mich also mit 80% Zielerreichung zufriedengeben? Ich sage bei diesem Ziel: definitiv ja.

Mein Ziel war es doch, mehr zu lesen, weil es meine Kreativität anregt und ich einfach gerne neue Dinge lerne. Das habe ich das ganze Jahr 2021 über gemacht und das war letztendlich das warum hinter der Lese-Challenge.

Die logische Erkenntnis: wie ich meine Zielerreichung definiere und meine eigenen Regeln aufstelle, kann mich unterstützen oder zurückwerfen.

Lebensstil und Business verlaufen nach unterschiedlichen Regeln

Während mein erstes 90Days! ein voller Erfolg war, wurde mein 2. Versuch im Herbst ein glatter Reinfall. Ich probierte aus, ob man über den 90Days! Prozess auch berufliche Ziele verfolgen lassen, jedoch waren meine Ziele zu ambitioniert und zeitintensiv, dass ich sie nicht umsetzen konnte, als neue berufliche Aufträge anstanden.

Dies ist mein kleiner schwarzer Fleck aus 2021, und dass, obwohl der Herbst unternehmerisch für mich ein voller Erfolg war. Meine eigenen Projekte sind dabei auf der Strecke geblieben, darunter meine YouTube Videos und mein Buch-Projekt. Stichwort: Kapazität 120%.

Meine Erkenntnis: Lebensstil und Business verlaufen nach unterschiedlichen Regeln.

Während sich im Alltag die Bedeutung von Schlaf, Bewegung und ausgewogener Ernährung nicht ändern, können sich im Unternehmen Aktivitäten und Aufgaben, die ein Unternehmen wechseln lassen, ständig ändern. Da bedarf es etwas mehr Flexibilität.

Kreativität braucht Raum und Zeit

Diese Erkenntnis schließt sich nahtlos an die vorherige an. Eine weitere Lektion steckte hinter meinem 90Days!-Versuch der Business-Ziele. Für kreative Ziele wie Blogposts, YouTube Videos oder auch ein Buch braucht es Zeit für kreatives Schaffen.

Und diese Zeit lässt sich schwer bewahren, wenn man in anderen Projekten feststeckt, die einem mehr mentale Energie abverlangen, als gedacht.

Ich habe dieses Jahr viele Phasen des kreativen Schaffens gehabt, für die ich sehr dankbar bin. Es erscheint mir ganz logisch, dass sich diese Phasen aber nicht unendlich lang ziehen können, wenn ich als Solo-Selbstständige eben nicht nur schaffen, sondern auch verkaufen und umsetzen soll.

Meine Erkenntnis: für das nächste Jahr plane ich die Phasen des Schaffens und die Phasen der Umsetzung etwas besser mit ein in meine Zielsetzung.

Das richtige Umfeld ist wirklich wichtig

Bereits während der Konzeptionierung von 90Days! schrieb ich einen ganzen Beitrag über die Wichtigkeit von einem geeigneten Umfeld für die Zielerreichung. Damals schrieb ich, wenn Sport zu einer Priorität werden soll, muss die Wohnung daraufhin angepasst Weden.

Ich stellte tatsächlich mein Wohnzimmer so um, dass meine Yogamatte viel Platz hatte und damit dem täglichen Workout nichts im Weg stand. Und mein tägliches Workout begleitete mich deutlich über die ersten 90 Tage.

Ungefähr bis zu dem Zeitpunkt, als mein Partner bei mir einzog. Jetzt dient unser Wohnzimmer auch als mein Arbeitszimmer, sein Musikstudio (inklusive 8+) Musikinstrumente und unser Aufenthaltsort. Meine Yogamatte passt an zwei Stellen gerade so hin, aber ich muss immer etwas Platz machen.

Wir wohnen in einer kleinen aber sehr schönen und zentralen Wohnung in Hamburg. Das war eine bewusste Entscheidung und sie ist groß genug für uns zwei und alles was wir brauchen. Nur mein Sportzimmer blieb auf der Strecke und damit mein tägliches Workout. Mittlerweile trainiere ich im Flur und warte, bis der potentielle nächste Lockdown überstanden ist, um mir ein Fitnessstudio in der Nähe zu suchen.

Meine Erkenntnis: Das richtige Umfeld für deine Ziele hat einen großen Einfluss.

Das waren sie, meine 5 wichtigsten Lektionen aus dem Jahr 2021. Mögen sie dich dazu ermutigen, deine eigenen Ziel ehrlich aber konstruktiv zu überprüfen und für das nächste Jahr gut aufzustellen.

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