Im August las ich ein Buch über das Thema Produktivität und Emails. Viel mehr ging es darum, wie eine Zukunft ohne Emails aussehen könnte. Was für eine schöne Utopie, oder?

Ich mag den Autor und habe bereits mehrere seiner Bücher gelesen. Sie motivieren mich, bringen mich zum Umdenken und geben meist viele praktische Tipps an die Hand. Diesmal musste ich jedoch enttäuscht feststellen, dass ich bereits selber alle seine vorgeschlagenen Methoden und Tools zur Vermeidung von Emails selber ausprobiert habe und viele davon bereits nutze.  

Nach meiner anfänglichen Enttäuschung änderte ich jedoch meine Perspektive: vielleicht darf ich mir endlich eingestehen, dass ich nach jahrelangen Studien zum Thema Produktivität selber ein kleiner Experte geworden bin.

Worum geht es beim Thema Produktivität eigentlich?

Mit dieser Frage habe ich mich lange Zeit auseinandergesetzt. Es scheint ein Widerspruch zu dem zu sein, was ich sonst in meinem Leben suche: Ruhe, Entspannung, Gelassenheit.

Was assoziierst du mit dem Wort Produktivität?

Ich sehe eher einen konzentrierten aber sehr beschäftigten „Business-Mann“ vor mir, der jede Minute seines Tages optimiert hat, um immer mehr machen zu können. Von Ruhe und Entspannung kann da doch keine Rede sein, oder?

Oder eben doch, denn bevor alle Produktivitäts-Tools ihre volle Wirkung entwickeln können, muss man für sich eine wichtige Frage beantworten: was mache ich mit der überschüssigen Zeit, die entsteht, wenn ich produktiver werde?

Mit dieser Frage schließt sich mein Gedankenkreis, warum Produktivität für ein Leben in Ruhe, Balance und Gelassenheit ein wichtiges Thema ist. Es geht mir gar nicht so sehr darum, immer mehr machen zu können. Es geht darum, dem Hamsterrad an Aufgaben zu entkommen, die uns von Außen aufgetragen werden, damit mehr Freiräume entstehen, um das zu tun, was wir eigentlich mit unserer Zeit anfangen wollen.

Was aber tun mit dieser freien zeit? Diese Frage ist eine der größeren Herausforderungen, die ich beobachte, wenn Menschen anfangen, Produktivitäts-Tools einzusetzen. Denn die Antwort auf die Frage, was mache ich mit der neu gewonnenen Zeit, ist nicht immer leicht zu beantworten.

Mehr Zeit heißt nicht gleich mehr Output

Eine Tatsache, die ich selber enttäuschend feststellen musste, als ich zum ersten mal vor mittlerweile 5 Jahren meinen Job kündigte. Ich hatte fantastische Vorstellungen davon, was ich mit meiner neu gewonnenen Zeit anfangen würde, um nach einem Monat festzustellen, dass ich nur einen Bruchteil davon wirklich gemacht hatte.

Damals brachte mir das eine wichtige Erkenntnis, die mich bis heute unterstützt: wenn ich ein Projekt nicht starte, obwohl ich freie Zeit habe, dann möchte ich dieses Projekt nicht wirklich machen. 

Diese Erkenntnis hat mich nicht nur von vielen überflüssigen Projekten befreit (wie Fotoalben erstellen oder basteln) sondern vor allem von dem schlechten Gewissen, es nicht zu machen. Die Befreiung von Plänen und Zielen, die wir nur aus Verpflichtung jemand anderem gegenüber (das Hobby des Partners vielleicht) oder schlechtem Gewissens (alle machen das doch, es ist doch normal) mit uns rumtragen, ist ein großer Schritt in die Richtung, mehr Verantwortung für seine eigene Zeit zu übernehmen. Und das ist die Grundlage für die Antwort auf die Frage: was mache ich mit meiner entstehenden freien Zeit?

Nun, vielleicht kenne ich mich mit dieser Frage besser aus als viele andere, denn ich konnte schon mehrfach dem 9-5 Hamsterrad entkommen und mein Kinderwunsch wurde bisher auch noch nicht erfüllt. Die meisten meiner Freundinnen, die mit Kindererziehung und Job beschäftigt sind, stellen sich eher die Frage: wann habe ich mal wieder eine Stunde Zeit für mich? 

Das zeigt, welches knappe Gut unsere Zeit tatsächlich ist. Für Frauen meist noch viel mehr als für Männer.

Was soll ich mit meiner freien Zeit machen?

Wie ich bereits in meinem Artikel von Zeit und Geld schrieb, ist freie Zeit wesentlich für unsere Weiterentwicklung. Etwas, dass Jahrhunderte neben Zugang zu Bildungseinrichtungen oft ein Privileg für Männer war.  

Jedoch ist freie Zeit alleine kein Garant dafür, dass wir diese auch gut nutzen. Was ich oft beobachte, ist ein passives verbringen von Zeit, z.B. beim Computerspielen oder Fernsehen.

Nun, ich möchte nicht zu viel bewerten über den Sinn und Unsinn verschiedener Tätigkeiten. Nicht jeder baut in seiner Freizeit eben ein eigenes Unternehmen auf. Das ist auch gut so. Und ich bin die letzte, die sagt, dass Zeit mit Nichts tun, Langeweile, kreativen Hobbies oder ähnlichem eine Zeitverschwendung wäre.  Im Gegenteil arbeite ich hart daran, dies mehr in mein Leben zu integrieren.

Und trotzdem steckt meiner Meinung nach ein zentrales Thema dahinter, warum wir alle so anfällig für Computerspiele, Social Media und YouTube sind: es ist einfacher und hoch stimulierend, und ich muss mir nicht den Kopf über der Frage zerbrechen: was mache ich aus meinem Leben?


Auf meiner Patreon-Seite teile ich heute mit dir den einfachsten Ansatz, eine Antwort auf diese Frage zu finden: was will ich mit meiner Zeit wirklich machen?

Patreon ist eine Plattform, auf der sich Kreative direkt mit ihren Kunden austauschen können, ihre Produkte werbefrei anbieten und somit unabhängiger von werbebasierten Plattformen wie YouTube und Facebook machen können.

Ich teile wöchentlich hilfreiche Tipps und Tools passend zu meinen Blogartikeln, biete Gruppencoaching und den Zugang zu meiner Coaching-Plattform Skool.


Nächste Woche folgt Teil 2 dieses Artikels. Dann teile ich mit dir meine besten Produktivität-Tipps.Ich freue mich schon. Möchtest du eine Erinnerung an den Blog und keinen neuen Artikel mehr verpassen? Dann melde dich für meinen Newsletter an:

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