Hallo du Liebe!

Nach einer längeren Sommerpause melde ich mich zurück, mit vielen Gedanken, Erkenntnissen und einem neuen Projekt. Meine kreative Auszeit war etwas länger als geplant, ein schönes Resultat von Freiheit. 

Was braucht es für echte Freiheit? 

Im Zuge der vielen Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen stelle ich mir die Frage: warum fühlt sich jemand so in seiner Freiheit eingeschnitten, nur weil er etwas Abstand und eine Maske tragen soll, um sich aber vor allem andere vor einem Virus zu schützen?

Natürlich sind die Hintergründe komplexer, die Argumente vielseitig und ich bin nun wirklich kein Experte. Aber einen Gedanken fand ich einleuchtend: ist es für viele Menschen das kleine Quäntchen “zu viel” an Kontrolllosigkeit? Ein kleines Gewicht, dass die schon seit Woichen/Monaten/Jahren fast aus der Balance geratene “Waage” nun doch zum Kippen bringt? 

Ist es vielleicht ein Spiegel dafür, wie viele Menschen sich ausgeliefert fühlen, keine Kontrolle mehr haben? Dann stellt sich die nächste Frage: was braucht es für ein Gefühl von Kontrolle?

Im Juli habe ich ein kleines Experiment gemacht: ich habe geübt, kalt zu duschen. Ich habe einen Podcast zu dem Thema gehört, in dem viele gesundheitliche Vorteile des Kalt-Duschens beschrieben wurden, aber der eine Grund, der mich überzeugte, es selber auszuprobieren war: man übt damit geistige Resilienz. Etwas, von dem ich mehr haben wollte zu Zeiten einer Pandemie.

Und so drehte ich jeden Tag nach meiner normalen Dusche den Wasserhahn knallhart nach rechts und duschte kalt. Der erste Moment ist natürlich furchtbar. Die ersten Versuche fielen noch recht kurz aus. Ich zählte mit angespanntem Gesicht und zusammengezogenen Schultern bis 20 und hoffte, dass ich an den 20 Sekunden tatsächlich nah dran war. Aber nach ein paar Tagen entschied ich mich immer mehr, mich in die Kälte hinein zu entspannen. Einatmen, ausatmen, umdrehen. Nach etwa 10 Tagen drehte ich mich schon entspannt hin und her, hatte ein echtes Hochgefühl von: ich will noch mehr.  Dann begann ich aus Langeweile mich mit Seife einzuschäumen, damit ich mir die Zeit vertreiben konnte. Mein Ziel: nach 30 Tagen 5 Minuten kalt Duschen. 

Natürlich gab es viele Momente, in denen ich abbrechen wollte. Muss ich heute? Es ist heute so kalt! Es ist schon so spät abends! Ich habe es doch schon 3 Wochen gemacht!

Egal, der Hahn wurde nach rechts gedreht, dass hatte ich mit mir selbst verabredet.

An Tag 30 stoppte mein Freund neben mir die 5 Minuten. Es war ein herrliches Gefühl. In nur 30 Tagen hatte ich mich so an das kalte Wasser gewöhnt, dass ich dabei lachen, reden, mich waschen konnte und vor allem wirklich entspannt war. Und stolz auf meinen kleinen Erfolg. Auf meine neu gewonnene Resilienz. Und es gab mir ein großes Gefühl von Kontrolle.

Ich hatte mir etwas vorgenommen, etwas versprochen. Und ich habe es gemacht. Durchgezogen. Bis zum Ende. Ich habe die Kontrolle behalten und mich nicht durch eigene innere Ausreden davon abbringen lassen.

Das ist die Art von Kontrolle, die echte Freiheit braucht. 

Wir denken, jemand anders muss uns Freiheit geben. Der Chef, der Freund, die Eltern, der Staat. Aber der einzige, der uns Freiheit geben kann, dass sind wir selbst. 

Alles Liebe,

Eike

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