Letzte Woche schrieb ich über Langeweile.

Ich bleibe dabei, dass Langeweile, also Zeit für Gedanken ohne neuen Input, wesentlich ist für unsere Entwicklung und unseren Fortschritt.

Gleichzeitig bin ich, glaube ich, nicht die einzige, die sich viel lieber mit allem möglichen beschäftigt, als in Ruhe über ihr Leben nachzudenken. Woran liegt das?

Ich vermute, es liegt an einem unserer Grundbedürfnisse: wir wünschen uns, ein bedeutsames Leben zu führen. Und wenn wir etwas machen, bekommen wir das Gefühl, einen Beitrag zu leisten.

Wie wertvoll ist aber dieser Beitrag?

Während meiner kurzen Urlaubsreise diesen Sommer habe ich mich an zwei Tagen bewusst gelangweilt. Ich saß einfach im Stuhl in der Sonne oder lag auf meiner Luftmatratze und starrte an die Zeltdecke. Es fiel mir leichter als gedacht, ein paar Tage lang wirklich auch mal nichts zu tun.

Dabei beobachtete ich meine Gedanken in der Hoffnung, sie mögen mir irgendwelche Erkenntnisse liefern. Aber ehrlich gesagt brachte mir die Langeweile dieses Jahr nur Fragen.

Diese Fragen kenne ich gut, denn ich habe sie mir schon so oft gestellt. Meist kündigen diese Fragen bevorstehende Veränderungen an. Die Tatsache, dass ich die Antworten noch nicht sehe, heißt dabei nicht, dass ich sie noch nicht weiß. Ich vermute viel mehr, dass ich noch etwas Angst vor ihnen habe und sie sich daher noch nicht zeigen.

Wenn ich Angst vor der Antwort dieser Fragen habe, dann lenke ich mich manchmal damit ab, dass ich bei andere Personen gucke, wie die wohl diese Frage beantwortet haben. Ich schaue zu meinen heimlichen Vorbildern oder frage einfach Google und versuche, die Antworten auf meine Fragen bei jemand anderem zu finden.

Ich fürchte, wir können uns zwar durch andere inspirieren lassen, um aber wirklich ein bedeutungsvolles Leben zu führen, müssen wir wohl selber diese Fragen immer wieder beantworten:

  • Was möchte ich mit meinem Leben noch anfangen?
  • Was möchte ich nicht mehr machen?
  • Welchen Einfluss habe ich auf die Klimakrise?
  • Wie sieht ein Leben aus, auf das ich irgendwann zufrieden zurückblicken kann?
  • Welchen Sinn hat das alles und welche Rolle möchte ich darin spielen?

Mein Coach sagte immer, man muss nur lernen, bessere Fragen zu stellen. Vielleicht ist es das Geheimnis der Langeweile: bessere Fragen.

PS: Wenn ich mich mit den großen Fragen des Lebens überfordert fühle, was schnell passiert, dann stelle ich mir einfach noch bessere Fragen:

  • Was ist eine Sache, die ich jetzt sofort tun kann?
  • Was ist eine Sache, die ich jetzt sofort lassen kann?
  • Wie fühle ich mich, wenn ich es gemacht habe?
  • Wie groß ist mein persönlicher CO2 Fußabdruck und was sind meine großen Stellschrauben, um diesen zu reduzieren?
  • Was brauche ich heute, damit ich am Ende des Tages zufrieden bin?
  • Wie kann ich heute etwas liebevoller sein?

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